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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, August 2018

Zwei Vokalwerke Robert Schumanns und eine seiner Bach-Bearbeitungen sind auf einer CD des finnischen Labels Ondine zu entdecken: die romantisierend eingerichtete Kantate BWV 105, die schaurige ‘Ballade vom Prinzen und der Königstochter’ op. 140, sowie, als Erstaufnahme, das ‘Adventlied’ op. 71. Das ‘Helsinki Baroque Orchestra’ und der Philharmonische Kammerchor aus Estland musizieren mit gemäßigtem Pathos und viel gestalterischer Wärme unter Aapo Häkkinen. Die Solisten Benno Schachtner, Carolyn Sampson Werner Güra, Cornelius Uhle und Jonathan Sells vervollständigen das Interpretenensemble mit guten Leistungen. © 2018 Pizzicato




Matthias Lange
www.klassik.com, August 2018

Die ausführenden Ensembles versprechen Spannung: Der Estnische Philharmonische Kammerchor als formidabler Repräsentant romantischer Größe und moderner Chorkultur, dazu das im Bach-Idiom versierte Helsinki Baroque Orchestra, mit dem Häkkinen schon wunderbare Platten mit den Bachschen Cembalo-Konzerten herausgebracht hat… © 2018 www.klassik.com



Ekkehard Pluta
Klassik heute, June 2018

Auch wer mit Robert Schumanns Vokalwerk einigermaßen vertraut ist, wird in dieser Kollektion des finnischen Labels Ondine noch einige Entdeckungen machen können: Zwei Kompositionen und eine Bearbeitung aus seiner Zeit als Direktor des Dresdner und danach des Düsseldorfer Musikvereins. Kurz nacheinander brachte Schumann im Dresdner Revolutionsjahr 1849, das den jungen Richard Wagner seine Existenz kostete, zwei geistliche Werke zur ersten Aufführung.

Wohl angeregt von Felix Mendelssohn-Bartholdys Neubelebungen der Bachschen Sakralmusik richtete er dessen Kantate BWV 105 nach dem Geschmack seiner Epoche ein. Der romantische Klang ist weit entfernt von unserem heutigen Verständnis dieser Musik, überzeugt aber in der vorliegenden Interpretation durch Innigkeit und Wärme.

Was der Komponist dem Studium von Bach und Händel verdankt, ist in dem Adventlied op. 71 zu vernehmen, das hier überhaupt zum ersten Mal auf Tonträgern festgehalten ist. Die vierteilige Ballade vom Prinzen und der Königstochter op. 140, 1852 unter Leitung des Komponisten in Düsseldorf uraufgeführt, ist eine szenische Kantate auf einen Text von Emanuel Geibel, der ein romantisches Thema—die unstandesgemäße Liebe eines Pagen zur Tochter des Königs—aufgreift und weiterführt. Der Jüngling bezahlt den „Frevel“ mit dem Leben, seine Leiche wird ins Meer geworfen. Der Meermann baut aus den Knochen eine Harfe, die zur erzwungenen Hochzeit der Königstochter mit einem Prinzen erklingt und deren Tod herbeiführt. Die Ballade wird abwechselnd von einem Alt und dem Chor erzählt, dazwischen liegen Dialoge der handelnden Personen. Das Orchester schafft mit Hornsoli, Posaunenchor und Harfenklängen die Stimmungen für die Meermusik und das höfische Hochzeitsfest.

Das Helsinki Baroque Orchestra spielt unter Leitung von Aapo Häkkinen auf Instrumenten der Schumann-Zeit, wobei der Dirigent eine eher episch-bedächtige als dramatisch zugespitzte Lesart wählt. Die Wahl eines Countertenors für die Erzählerrolle ist historisch nicht zwingend, Benno Schachtner entledigt sich ihr mit der Bemühung um plastische Textgestaltung. Die ist dem Philharmonischen Kammerchor aus Estland nicht nachzurühmen, der klanglich fraglos den gewünschten Effekt macht.

Carolyn Sampsons jugendlich blühender Sopran kommt bei Bach und im Adventlied noch besser zur Geltung als in der Ballade. Werner Güra, obwohl stimmlich dem Pagenalter entwachsen, ist nach wie vor ein lyrischer Tenor der Sonderklasse, was sich hier besonders in der Bach-Arie Kann ich nur Jesumzeigt. Die beiden Bässe von Cornelius Uhle und Jonathan Sells klingen ausgesprochen baritonal in Farbe und Substanz. © 2018 Klassik heute





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