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Album Reviews



 
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Thomas Gehrig
www.klassik.com, May 2019

Interpretation: 
Klangqualität: 
Repertoirewert: 
Booklet: 

Lars Vogt und das Geschwisterpaar Tetzlaff profilieren sich als exzellentes Kammermusik-Team. © 2019 www.klassik.com




Uwe Krusch
Pizzicato, November 2018

Dass die Auftritte und Aufnahmen insbesondere mit Christian Tetzlaff immer wieder die Ohren auch der Zuhörer öffnen, ist nicht überraschend. Auch für sein Trio mit seiner Schwester Tanja und dem Pianisten Lars Vogt gilt dieses ebenso. Hier haben sie so altbekannte Werke wie zwei Trios von Dvorak, darunter das Dumky-Trio, für sich intensiv neu gelesen und legen die Deutung nun vor. Ihre Gedanken und Überlegungen zu dem Prozess der Erarbeitung dieser Werke legen sie in einem Interview im Beiheft ausführlich dar.

Beim dritten Trio, das kurz nach dem Tod von Dvoraks Mutter entstand, schaffen sie eine aufgeraute Darstellung, die die Trauerverarbeitung durch Dvorak darstellen könnte. Sie schafft auf alle Fälle eine neue Sicht auf das Werk, die die kompositorischen Akzente stärker herausstellt und damit vom polierten Bild abrückt, dass üblicherweise für die Darstellung der Trios von Dvorak gewählt wird.

Die neue Betrachtungsweise wird noch deutlicher beim Dumky-Trio wirksam. Die Relationen der Tempi werden neu differenzierter gedacht. Dadurch entsteht ein dichtes Geflecht, welches die Tempi nicht nur binär gestaltet. Dadurch wird auch die Nähe zur Volksmusik, eben der Dumka, sozusagen etwas neutraler ausgelegt. Das mag zunächst irritieren, aber beim weiteren und genaueren Hinhören entfaltet es seinen Charakter.

Dass bei diesen drei Beteiligten die spieltechnischen Fähigkeiten wie auch die gestalterischen Möglichkeiten ohne Fehl und Tadel sind und auch die Qualität der Aufnahme ihren Teil zum Gelingen beiträgt, setzt dem Ergebnis noch das i-Tüpfelchen auf. © 2018 Pizzicato



Thomas Baack
Klassik heute, November 2018

Antonín Dvoráks düster-leidenschaftliches Klaviertrio in f-Moll op. 65 entstand im Jahre 1883 und kann als Verarbeitung zweier Schickssalsschläge, des Todes der Mutter Ende 1882 und der teutonisch-arroganten Kritik seines Verlegers Fritz Simrock an der Qualität seiner gerade uraufgeführten Oper Dmitriij angesehen werden. Bereits die Wahl der Tonart von Beethovens Appassionata und Quartetto serioso op. 95 sowie von Brahms‘ Klavierquintett op. 34 lässt auf den Anspruch des Komponisten, Herausragendes zu schaffen, schließen. Er löst diesen Anspruch in vollkommener Weise ein, indem er beweist, dass auch böhmisch-musikantische Themen auf allerhöchstem kompositorischem Niveau motivisch verknüpft und entwickelt werden können. Die Interpretation von Lars Vogt mit Tanja und Christian Tetzlaff gibt dem Werk mit ruhigen Tempi, einer fein ausgehörten Klangbalance und einer reichen Farbpalette die ihm zukommende Würde „großer Kammermusik“ und erweist sich darin den schnelleren, eher die folkloristischen Elemente herausstreichenden Interpretationen des Trio Wanderer und des Smetana Trio überlegen. Abgesehen von dem zu breit und akzentuiert genommenen Auftakt zu Beginn des Poco Adagio eine perfekte Interpretation

Manche werden sich fragen, wieso das Trio op. 90 „Dumky-Trio“ heißt. „Dumky“ ist der Plural von „Dumka“, einer der ukrainischen Folklore entstammenden Kombination aus einem langsamen rhapsodisch-balldesken Einleitungsteil mit einem sich anschließenden schnellen Tanzabschnitt. Diese mit dem Csárdás verwandte Form hatte Dvorák bereits in dreien seiner Slawischen Tänze (2,10,12) verwendet. Die 6 Dumki stehen alle in verschiedenen Tonarten. Der Eindruck klassischer Viersätzigkeit erreicht Dvorák dadurch, dass er die ersten 3 Dumky durch ein „attacca“ zu einer Großform verschmilzt. Somit ist die Angabe e-Moll für das Gesamtwerk eher irreführend. Wie aus dem mit einem ausführlichen Interpreteninterview originell gestalteten Booklet hervorgeht, haben die Ausführenden sich hier bewusst für eine seriöse und wenig reißerische Form der Gestaltung entschieden, um dem gegenüber diesem Opus oftmals geäußerten Verdikt der Seichtheit entgegenzutreten. Dadurch erhält das Werk eine Tragik, die manchem übertrieben und zumindest beim ersten Hören zu spannungslos erscheinen mag. Hier sollte man zumindest auch die folkoristischere, rubatoseligere und darin vielleicht idiomatischere Interpretation des Smetana Trios zum Vergleich hören.

Aufnahmetechnisch ist mit warmem Streicherklang und transparentem Klavier Meisterliches gelungen. © 2018 Klassik heute



Concerti, November 2018

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Südwest Presse, November 2018

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Hans Ackermann
kulturradio vom rbb, October 2018

Mit Leidenschaft interpretiert das Trio um den Geiger Christian Tetzlaff die beiden kammermusikalischen Spätwerke von Antonín Dvořák.

Dunkle und nachdenkliche Klänge hat Antonín Dvořák 1883 komponiert, als er in seinem Klaviertrio Nr. 3 den Tod seiner gerade gestorbenen Mutter zu verarbeiten hatte—die Sonne, die sonst in vielen Werken von Antonín Dvořák aus den Noten funkelt, ist hier nur wie durch einen Wolkenschleier zu ahnen.

Leidenschaft

Innerhalb dieser Melancholie lassen sich die höchst inspirierten Musiker aber immer wieder zu dramatischen Ausbrüchen hinreißen. Im “Poco adagio” des dritten Trios erinnert ein kurzer freundlicher Abschnitt an glückliche Tage, bevor es dann wieder zurückgeht, in die alles bestimmenden Moll-Tonarten, mit denen Dvořák in beiden Werken die Atmosphäre gestaltet.

Beim Trio Nr. 4 mit dem Beinamen “Dumky”—nach der elegischen Gedichtform, die in slawischen Sprachen “Dumka” genannt wird—hat der Komponist in jedem der sechs Sätze die Tonart sogar ausdrücklich in der Satzbezeichnung angeführt, vom Auftakt in e-Moll bis zum Finale in c-Moll.

Zusammenhalt

Stringent, also schlüssig aufeinander bezogen, müssen diese sechs Sätze des Trios Nr. 4 gespielt werden, beschreibt Christian Tetzlaff den Ansatz des Ensembles. Denn oft würden bei diesem häufig gespielten Trio einfach nur die Sätze aneinandergereiht—obwohl “Dvořák hier nicht einfach mit Emotionen in Schwarz-Weiß um sich schleudert, sondern ein stringentes Meisterwerk geschaffen hat”.

Diese Aussage des Geigers unterstreicht den hohen Anspruch, der hier mit einer hervorragenden Interpretation erfüllt wird. Hinzu kommt die ausgezeichnete Qualität der Aufnahme, die im April 2018 im Sendesaal Bremen entstanden ist. Die Cellistin Tanja Tetzlaff dürfte ihr kostbares Guadagnini ruhig noch etwas wohliger “brummen” lassen—bei ihrem perfekten Zusammenspiel mit einem der besten deutschen Geiger und dem ebenfalls hervorragenden Kammermusiker Lars Vogt am Klavier. © 2018 kulturradio vom rbb







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