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Album Reviews



 
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Remy Franck
Pizzicato, August 2015

Die 1988 in Luxemburg geborenen Pianistin Sabine Weyer ist eine zielstrebige Musikerin, die im Laufe Ihrer Ausbildung die vielfältigsten Einflüsse aufgenommen hat. Daraus entwickelte sie eine erstaunlich sensible und charismatische Persönlichkeit, wie ihre erste CD zeigt, die sie zum Beginn einer internationalen Karriere veröffentlicht.

Es ist gewiss mutig von einer jungen Pianistin, sich mit so anspruchsvollen Werken wie den ‘Images’ von Debussy und einer Rameau-Suite zu präsentieren. Umso mehr überrascht gleich in ‘Cloches à travers les feuilles’ die Innenspannung der Musik. Hier werden nicht nur Noten gespielt und ästhetisch in die Mikrophone gefüllt, die Musik ist tatsächlich beseelt und gibt Debussys impressionistischen Klangvisionen genau das, was sie brauchen, um vollauf zur Wirkung zu kommen. Der verhaltene Ausdruck wird nie Selbstzweck, er verbindet sich mit dem Farbenreichtum im Spiel der Luxemburgerin zu jener Schwerelosigkeit, die die Schönheit der »Images’ ausmacht. Dabei überzeugt Sabine Weyer durchaus auch in den ‘Poissons d’or’ und im ‘Mouvement’ mit einem lichten, rhythmisch pointierten Spiel, das ebenfalls ihre Rameau-Suite kennzeichnet, in der sie den schmeichelnden Gestus der Musik wunderbar einfängt, ohne sich ins Ornamentale zu retten. Das braucht die Pianistin nicht, denn ihr Sinn für das melodische Geschehen und ihre immer natürlich wirkende und von innen kommende—also nie aufgesetzte—Empfindsamkeit machen auch aus dieser Rameau-Suite eine Musik, deren erstaunliche Zeitlosigkeit genauso überspringt wie die von Debussy. © 2015 Pizzicato



Mario Gerteis
Klassik heute, August 2015

Für ihre CD-Premiere hat sich die 27jährige Pianistin Sabine Weyer—gebürtige Luxemburgerin, ausgebildet in Frankreich und Belgien—ein ehrgeiziges Konzept vorgenommen. Unter dem Titel „Images“ macht sie gewissermaßen einen Abstecher in optische Gefilde, sie selber spricht von Ton-Bildern. Dabei verbindet sie Werke von französischen Komponisten, die rund zwei Jahrhunderte auseinander liegen: Jean-Philippe Rameau und Claude Debussy. Was sie in den beiden Bänden der „Images“ von Debussy und in der a-Moll-Suite von Rameau sucht, ist die „poetische Klangwelt“. Dabei ist die Verknüpfung der beiden Meister keineswegs ganz zufällig: in seinem ersten Livre bringt Debussy eine „Hommage à Rameau“ und er hat diesen seinen Vorfahren gelegentlich sogar als eines der „sichersten Fundamente der Musik“ bezeichnet. Das nimmt Sabine Weyer geradezu wörtlich. Bei ihr ist Rameaus „Premier livre de pièces de clavecin“ (wie die Abfolge der Tänzsätze im Original heißt, übrigens ein Frühwerk des 23jährigen Komponisten) das Herzstück der Aufnahme, um welches sich Debussys sechs Miniaturen wie ein Rahmen fügen.

Natürlich muss die Interpretin zu einem kleinenTrick greifen, um ihre Konzeption „hörbar“ zu machen. Sie spielt Rameaus Stücke, die für das Cembalo bestimmt sind, auf einen modernen Flügel und versetzt sie damit in die klangliche Nähe von Debussys zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstandenen Impressionen. Der Gedanke leuchtet ein und birgt dennoch seine Tücken. Neben der zauberischen Atmosphäre Debussys wirken Rameaus Gigues, Sarabandes, Allemandes usw. bei aller (bildhaften) Annäherung doch um einiges strenger und abstrakter. Selbst das einzige Rameau-Stück mit außermusikalischer Assoziation („Vénitienne“, eine Art Barkarole) wirkt in seinem rasanten Abschnurren als muntere Stilübung. Fazit: Insgesamt zeigt sich Sabine Weyers Begabung wohl doch eher in den sensibel ausgehorchten, nie aber verzärtelten Debussy-Tonbildern mit ihrem vertrackten Charme und ihrer vieldeutigen quasi-visuellen Poesie. © 2015 Klassik heute





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