Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

Christof Jetzschk
Klassik heute, April 2016

Alles Tango? Die aus Akkordeon und Cello bestehende Besetzung und die sinnliche Bildkomposition des CD-Covers könnten darauf hindeuten. Aber der erste Eindruck täuscht. Oder etwa doch nicht?

Unter dem Titel „ARCORD—inspired by songs and dances“ haben die Cellistin Ana Topalovic und der Akkordeonist Nikola Djoric eigene Bearbeitungen arien und tanzbezogener Werke zwischen Barock und zeitgenössischer Musik zu einem Programm zusammengestellt, das kaum experimentierfreudiger und inspirierender sein könnte, das von einer faszinierend wandlungsfähigen Gestaltungskunst der Interpreten geprägt ist—kurzum, ein Programm, das aufgrund eines wahrhaft betörenden Zusammenspiels von Ana Topalovic und Nikola Djoric und der daraus erwachsenden Klanglichkeit vollständig in seinen Bann zieht. Absolut stilsicher und dabei doch so ungezwungen bewegen sich die Zwei durch die Musikgeschichte. Ob Purcell, Beethoven, Dvořák, Bartók oder Piazzolla (dessen Grand Tango ist übrigens der einzige Vertreter seiner Art auf dieser Produktion)—Topalovic und Djoric scheinen alles begierig aufzusaugen, um es anschließend in einen neuen klanglichen und emotionalen Kontext zu stellen. Spielfreude und eine Ausdruckskraft von anspringender Intensität beweisen die Cellistin und ihr Partner am Akkordeon gleich zu Beginn in Beethoven Variationen über Bei Männern, welche Liebe fühlen und kosten dabei nicht nur die Stimmungen der einzelnen Sätze voll aus, sondern auch die Klang und Kombinationsmöglichkeiten ihrer Instrumente. Voller Poesie dann Nikola Djorics Wiedergabe der Gavotte aus Bachs Französischer Suite Nr. 5 (BWV 816) und Ana Topalovics Interpretation zweier Sätze aus Bachs Cellosuite Nr. 3 (BWV 1009). Geradezu herzergreifend ist es, wie sich die Beiden in den Arien aus Purcells Dido and Aeneas und Tschaikowskys Eugen Onegin gemeinsam die Seele aus dem Leib singen und dabei eine dynamische Gestaltung vom Allerfeinsten an den Tag legen; ebenso in Bartóks Rumänischen Volkstänzen und Piazzollas Grand Tango, in deren Rhythmen die zwei Künstler richtig aufgehen. Perfekt beherrschen Topalovic und Djoric schließlich das Wechselspiel zwischen teils ätherischer Anmut und perkussiv Harschem—man höre nur, wie könnte es anders sein, einmal mehr Piazzollas Grand Tango. Womit ich wieder am Anfang meiner Gedanken zu dieser rundum überzeugenden Veröffentlichung wäre.

Alles Tango? Dahinter verbergen sich so viele Gesichter: Poesie, Kraft, Leidenschaft, Hingabe und Kontrolle, um nur einige zu nennen. Nicht zu vergessen die Schwermut, die über allem schwebt, selbst über Heiterem, wie es in Beethovens Variationen über Bei Männern, welche Liebe fühlen hörbar wird. Versteht man unter Tango über das rein Musikalische hinaus noch die vermutlich sinnlichste Form der Zweisamkeit, so muss die anfänglich aufgeworfene Frage mit einem klaren Ja beantwortet werden. Ana Topalovics und Nikola Djorics Kunst vereint zu gleichen Teilen Harmonie und Spannung; die beiden Interpreten, oder besser gesagt ihre Instrumente verschmelzen miteinander und ergänzen sich auf das Vortrefflichste, sie begegnen sich in einer innigen Umarmung. Wunderbar! © 2016 Klassik heute





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group