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Oliver Fraenzke
Pizzicato, November 2016

Erstmals ist der Pianist Islam Manafov auf CD zu hören, der bereits als Jugendlicher Aufsehen erregte, alleine schon durch den 1. Preis des ‘Wettbewerbs junger Pianisten Aserbaidschans’ 1979 und daraus resultierend durch seine Aufführung des berüchtigten dritten Rachmaninov-Konzerts im zarten Alter von siebzehn Jahren. Erstaunlich spät beginnt Manafov seine Diskographie—doch das Warten hat sich gelohnt.

Islam Manafovs Aufnahme aller Balladen und Scherzi sowie der postumen cis-Moll-Nocturne von Frédéric Chopin ist eine wahre Freude: sanft sprudelnde Kaskaden quirlender Läufe, fließende Formen und ein absolut reines, durchscheinendes Klavierspiel umgarnen spielerisch das Ohr. Das Klavier bereitet dem Virtuosen keine Schwierigkeiten, in rauschender Unbekümmertheit sausen seine Finger mit beinahe kindlicher Freude und behender Egalität durch die heikelsten Stellen. Manafov stellt sich dabei voll und ganz in den Dienst der Musik und verliert doch auch nicht seinen persönlichen Ton. Er besitzt ein außerordentliches Gespür für harmonische Fortschreitung und für kadenzierende Kräfte, denen er ein stimmiges Maß an Spannung und Entspannung abgewinnt und somit den organischen Bezug erfahren lässt. Er ist zu keiner Zeit haltlos im Raum, immer kennt die Musik ihr angestrebtes Ziel und vergisst zugleich nicht ihren Ursprung. Dabei erhält Chopin einen sehr lichten, leichten Charakter, der zuweilen jedoch ebenso schnell ins Abgründige kippen kann—wobei er auch dort die Ungezwungenheit nicht aufgibt. Manafov hat stets die Entwicklung und das große Ganze im Auge.

Freilich könnte auch hier auf Details herumgeritten werden, auf stellenweisem Mangel an expressiver Vielfalt in der ersten Ballade durch das etwas geschwinde Grundtempo, am überstürzten Lauf in der linken Hand zu Beginn der cis-Moll-Episode in der dritten Ballade, weshalb folglich die zarte Melodie der Oberstimme und das Wechselspiel mit der Unterstimme unkenntlich wird (diese Passage hörte ich noch in keiner Aufnahme so, wie sie sein sollte!), oder an manch geringfügigem Stocken der Energie in einem der schier unendlichen Läufe in den Scherzi. Doch ist derlei Kritik in Anbetracht der exzellenten und vollkommen eigen- wie bodenständigen Darbietung Islam Manafovs letztlich Pedanterie. Trotz einiger solcher Kleinigkeiten liegt hier unzweifelhaft eine brillante Einspielung vor, die durchaus eine Empfehlung wert ist. © 2016 Pizzicato





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