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Album Reviews



 
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Meike Katrin Stein
www.klassik.com, November 2016

Zwei Fassungen auf einer CD: Igor Strawinskys ‘Pétrouchka’ spielt zunächst das Sinfonieorchester Basel unter der Leitung von Dennis Russell Davies, im Anschluss daran folgt die Version für Klavier zu vier Händen. © 2016 www.klassik.com



Giselher Schubert
Fono Forum, October 2016

Strawinskys Version von „Pétrouchka“ für Klavier zu vier Händen fällt im Vergleich zur Originalfassung für großes Orchester von 1911 erstaunlicherweise nicht nur nicht ab—sie erweist sich als die musikalisch prägnantere, konzisere, in gewisser Weise auch musikalisch reichere oder doch differenziertere Fassung dieser Musik. Das gilt sogar für die berühmte Jahrmarktszene des letzten Bildes, die zu Recht den Ruf sehr virtuoser, anspruchsvollster Instrumentionskunst besitzt. Verschwimmen in der Orchesterfassung die Instrumentalfarben zu einer irisierenden Klangfläche, so gibt es in der Klavierfassung anderes zu hören: Gegenrhythmen, unauffällig eingewobene Motive, imitatorische Stimmführungen, thematische Entwicklungen, die in dieser außerordentlich sorgfältigen Einspielung freilich auch plastisch hervorgekehrt werden: Die innere Übereinstimmung, die Maki Namekawa und Dennis Russell Davies als Klavierduo spieltechnisch-musikalisch erreicht haben, verblüfft und beeindruckt zugleich.

Die Konzentration auf den Klavierklang macht die musikalischen Vorgänge gewiss anschaulicher, hörbarer, doch wer den Klangrausch vorzieht, ist mit der hier zugleich eingespielten ursprünglichen Orchesterfassung von 1911 ganz gut bedient, die Strawinsky später, 1947, erheblich reduziert und konventionalisiert hat. Diese Einspielung mit dem Sinfonieorchester Basel fällt gediegen aus, doch es fehlt ihr der Glanz und tänzerische Schwung. Russell Davies lässt den Notentext möglichst deutlich artikulieren, damit—sicherlich auch im Vergleich mit der Klavierfassung—musikalisch nichts verloren geht, doch fehlt der interpretatorische Impetus. Das heißt nun nicht, dass diese Einspielungen enttäuschen. Ihre Vorzüge liegen vielmehr auf einer anderen Ebene: Sie ermöglichen Einblicke in ein hochbedeutendes Werk, das man zu kennen glaubte, das nun aber doch auch andere, ungewohnte Facetten offenbart. © 2016 Fono Forum




Remy Franck
Pizzicato, July 2016

Nach ‘Le Sacre du Printemps’ und ‘L’Oiseau de Feu’ wendet sich Dennis Russell Davies dem Ballett ‘Pétrouchka’ in der Originalfassung von 1911 zu. Das Resultat ist einmal mehr außergewöhnlich.

Eine gewisse Gemütlichkeit kennzeichnet die Interpretation. Dennis Russell Davies hat sich wohl gesagt, dass Jahrmärkte früher beschaulicher waren als eine laute Radau-Kirmes von heute. Er reduziert die Lautstärke des Orchesters, vermeidet das Grelle und Hektische und betont, durchaus rhythmisch, die Handlung und die Stimmungen. Er und sein wie immer exzellentes Basler Sinfonieorchester visualisieren das Tanzmärchen in unerhörter Weise, ungemein detailreich, wunderbar ausgeleuchtet und atmosphärisch. Russell-Davies ist ein genialer Requisiteur!

Dennis Russell Davies hat die Originalfassung für Klavier vierhändig mit seiner Frau Maki Namekawa eingespielt. In dieser Version funktioniert das Stück nicht so gut, weil halt die Orchesterfarben, die man im Ohr hat, ganz einfach fehlen. Auf der anderen Seite kann die Stravinsky-Klavierfassung die Musik dann doch anders gewichten und eben ihren Reiz aus diesem Anderssein ziehen und nicht aus einem ‘Fast wie das Original’. © 2016 Pizzicato





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