Classical Music Home

Welcome to Naxos Records

Email Password  
Not a subscriber yet?  
Keyword Search
 in   
 Classical Music Home > Naxos Album Reviews

Album Reviews



 
See latest reviews of other albums...

RĂ¼diger Winter
Opera Lounge, February 2017

SCHUBERT: LIEDER & SCHWANENGESANG C911151B
SCHUBERT, F.: Schöne Müllerin (Die) / Schwanengesang / Winterreise (Song Cycles) (Prey, Hokanson, Deutsch) (Blu-ray, HD) 751304
SCHUBERT, F.: Winterreise (Prey, Deutsch) (Schwetzinger Festspiele Edition, 1987) SWR19012CD

Precocidad, estética avanzada y pluralidad de lenguajes apuntan ya en los comienzos del joven Alberto Ginastera. Con apenas 21 años, en 1937, siendo aún estudiante de conservatorio, compuso Panambí, un ballet basado en una leyenda guaranítica, folclore que abarca regiones de las actuales repúblicas de Argentina, Paraguay y Brasil. La acción alterna números de caracteres contrastados: el Hechicero se identifica con intermedios lentos, de oscura timbración y sugestión siniestra; un coro femenino encarna a las doncellas y otros momentos vibran con acción guerrera y apariciones de deidades fluviales.

Cuando Ginastera se presenta en sociedad, en la Argentina ha eclosionado la escuela nacionalista, provista de enseñanzas que provienen de la germanizante Schola Cantorum de París o de la ópera verista italiana. El joven compositor cambia radicalmente de propuesta y su punto de partida es el primer Stravinski. Incluso hay fugaces menciones literales a La consagración de la primavera. En este sentido, se enlaza con la misma opción que escogen Revueltas y Chávez en México y Villa-Lobos en Brasil. En efecto, los americanos y el ruso intentan básicamente lo mismo: evocar consejas inmemoriales y pueblos primitivos con un lenguaje moderno y sofisticado que define al siglo XX.

Ginastera debió sonar atrevido y hasta desconcertante en su momento, aunque la potencia de su lenguaje y una temprana maestría orquestal le ganaron respeto, calidad que se acrisola con obras como Ollantay, Obertura para el Fausto criollo y Estancia.

El autor del segundo concierto para piano y orquesta (1972) es otro y el mismo. Sus apelaciones no son folclóricas se han postergado—salvo su característico ritmo de malambo o chacarera, eco del fandango andaluz—pero la variedad de lenguajes, incluido un astuto empleo del ostinato, producto de una constante experimentación, luce su mejor destello en esta partitura compleja, desafiante y robusta. Su estructura responde poco y nada a la del concierto clásico, pues se abre con 32 variaciones sobre un acorde de Beethoven, respuesta diferida a las de Beethoven sobre Diabelli, a las que siguen cuatro números donde juegan actitudes de scherzo, de cantable, de cadencia y de un rapidísimo final con brillo virtuosístico. La alternancia de climas, otro sello de la casa, y la habilidad para contrapuntear orquesta y piano, con un dominio del teclado que remite a la gran tradición del romanticismo tardío, completan la excelencia del segundo Ginastera, evolución del primero, pasaje del folclorismo al expresionismo.

Juanjo Mena asegura una vez más ser un ginasteriano de primerísima calidad pues se maneja con igual señorío interpretando las dos almas del maestro. Es enérgico, colorido, atmosférico, elocuente en la expresión, imponente de sonoridad. Las masas cumplen a la altura y el pianista Xiayin Wang sale airoso, con estudio y riqueza de medios, del envite que le plantea su diabólica parte. He aquí, servida por un director español, un pianista chino y una orquesta inglesa, un partituras argentinas. La imbatible universalidad de la música. © 2017 Opera Lounge



RĂ¼diger Winter
Opera Lounge, December 2016

Hermann Prey empfand von Zeit zu Zeit ein „tiefe Bedürfnis, die Winterreise wieder zu singen“. Er freute sich „lange im Voraus darauf“, war gespannt, was er auf dieser Reise Neues erleben werden—nachzulesen in seinen Erinnerungen Premierenfieber. In dem Buch widmet er dem Zyklus von Franz Schubert ein eigenes Kapitel, gut fünfzig Seiten lang, mit Analysen und Gedanken zu allen 24 Lieder—und zwar aus der Perspektive des Sängers, nicht des Musikwissenschaftlers. Auf diesen Unterschied kam es Prey, an. Das Werk hatte er auf seinem langen erfolgreichen Weg immer bei sich—wie einen treuen Begleiter. Erstmals hat er die Winterreise 1952 öffentlich vorgetragen. 1981, als das Buch erschien, hielt er es für wünschenswert, sie dereinst bei seinem „allerletzten Konzert“ zu singen. SWR Music hat einen Mitschnitt von den Schwetzinger Festspielen 1987 herausgebracht. Begleitet wird Prey auch hier von Helmut Deutsch, mit dem er häufig aufgetreten ist. Im Booklet kommt der Pianist selbst zu Wort. Der Musikschriftsteller Thomas Voigt zitiert ihn in seinem sehr lesenswerten Text mit den Worten: „Die Winterreise war für ihn das Kernstücks seines Repertoires, ein Werk, für das er gebrannt hat. Er konnte ja locker vom Hocker singen, doch bei der Winterreise war er von äußerster Konzentration.“ Mit der Aufnahme hat sich die Zahl seiner verfügbaren Aufnahmen auf mindestens fünf erhöht. Prey nimmt sich diesmal auffällig zurück, als wollte er seine Interpretation in sein Innerstes verlegen. Zunächst entsteht er Eindruck, als sei nicht nur der Wanderer sondern auch der Sänger müde geworden. Schließlich ging er auf die sechzig zu. In diesem Alter werden die stimmlichen Ressourcen knapper. Die Aufnahme wiederholt angehört, erschließt sich erst der interpretatorische Ansatz, mit dem er vielleicht aus der Not eine Tugend macht, indem er die Deutung den eigenen Kräften anpasst. Diese Müdigkeit ist im Kern Resignation und Selbstaufgabe. Prey erfasst das Ende auf dem Eise gleich im Anfang. Vom ersten Ton an ist klar, wie die Geschichte ausgeht. © 2016 Opera Lounge




Remy Franck
Pizzicato, June 2016

Schuberts ‘Winterreise’ hat Hermann Prey (1929–1998) seine ganze Karriere hindurch begleitet. Eine von vielen Aufführungen des Zyklus wurde 1987 bei den Schwetzinger Festspielen mitgeschnitten. Prey war damals 58 Jahre alt. Sein Gesang hat die Qualitäten, die wir aus seinen anderen Aufnahmen kennen: ein nach unten hin etwas kerniges, in der Höhe hell-lyrisches Timbre, ein eleganter Vortrag, der seine Jugendlichkeit etwas eingebüßt hat, aber so verletzt klingt wie immer.

Der Schmerz, der hier mit einer Portion Zynismus geäußert wird, sitzt tief. Und er wird mit viel Spontaneität und noch mehr unmittelbarer Ausdruckskraft zutage gefördert, so als sei die Verletzung sehr frisch. Helmut Deutsch unterstreicht diese ungeschminkten, fast rohen Reaktionen mit ebenso viel Ausdruckskraft am Klavier.

Das ist ein sehr kreativer und phantasievoller Zugang zur Winterreise, und Prey zwingt so den Hörer in ein existentielles Drama, das so manche neue Überlegung initiiert. Eine großartige Interpretation! © 2016 Pizzicato



Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, May 2016

Die Winterreise kann als der künstlerische Leitfaden in der Karriere von Hermann Prey bezeichnet werden. Allein mit Helmut Deutsch als Begleiter hat er diesen düsteren Zyklus von Franz Schubert etwa 70 mal gesungen. Zum Zeitpunkt der Aufnahme hatte dieser Barde des deutschen Lieds schon eine 35-jährige Erfahrung mit der Winterreise aufzuweisen. Das hört man. Mit dem Prey eigenen männlich-eleganten Timbre und spontanen wie improvisiert wirkenden Vortrag erstehen diese Lieder auf Gedichte von Wilhelm Müller als ganz intimer „Kreuzweg der Liebe“. Die Stimme von Hermann Prey spiegelt ganz unnachahmlich etwas ewig Jugendliches. Jede Verletzung, jeder emotionale Schmerz scheint jedesmal ganz neu erspürt und voller ungläubigen Schrecken erlebt.

Das unterscheidet Prey von Dietrich Fischer-Dieskau. Dieskaus Winterreise und Zugang zur Musik hat etwas Archaisches, fast Alttestementarisches. Der Wille siegt bei Dieskau über alles. Ich finde es komplett despektierlich und ungenügend, dieses Momentum als professoral zu bezeichnen. Fischer-Dieskau ist , ob man ihn mag oder nicht, der Gigant der Interpretationsgeschichte des Liedes, Punktum. Das wusste auch Prey und das mindert selbstverständlich in keinem Jota seine Leistung. Wie in harten Granit gehauen wirkt der Stil Fischer-Dieskaus. Bei Prey denkt man eher an in schillerndes Holz geschnitzte Miniaturen. Geschichten, deren Maserung in der Sonne leuchten und im Regen glänzen. Der Musikliebhaber muss ja keine Entscheidung treffen, sondern kann sich je nach Stimmung und Laune beide herrlichen Sänger anhören. Ich schätze beide, bewundere Fischer-Dieskau über alles und habe Preys balsamische Stimme ins Herz geschlossen.

Mit Hermann Prey gibt es im Katalog etliche gültige Versionen der Winterreise, unter anderem mit den Begleitern Karl Engel, Leonard Hokanson, Wolfgang Sawallisch, oder Philippe Bianconi. Der Mitschnitt aus Schwetzingen zeigt viele Stärken, aber auch einige Schwächen auf. Die Stimme von Hermann Prey im Spätsommer seiner Karriere besitzt eine Farbenreichtum, der frappiert. Die ganz eigene Art der Textausdeutung und der präzisen und dennoch dem Augenblick entwachsenen Auslegung des poetischen Gehalts machen die Faszination dieser CD aus. Auf der Sollseite stehen einige Intonationstrübungen, Atemholen an manch unerwarteten Stellen, das Anschleifen bestimmter Töne von unten. Dennoch machen der kreatürliche Zugang und die Humanitas einer der klangschönsten Baritonstimmen aller Zeiten diese Neuerscheinung zum Ereignis. Wenn der Vergleich erlaubt ist, könnte man bei Preys Winterreise den Eindruck gewinnen, eine existenzielle schicksalhafte Tragödie wie bei Wozzeck zu durchleben.

In der Edition Schwetzinger SWR Festspiele öffnet der SWR seine Archive. Das größte Klassik-Rundfunkfestival der Welt mit jährlich rund 550 Ausstrahlungen auf allen Kontinenten hat vom ersten Tag an jede musikalische Veranstaltung aufgezeichnet und gesendet. Ein wahrer Schatz, von dem wir Musikhörer uns hoffentlich noch viele Juwelen wie das vorliegende erwarten dürfen. © 2016 Der Neue Merker





Naxos Records, a member of the Naxos Music Group