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ouverture - Das Klassik-Blog, December 2016

Das Werk von Niccolò Paganini hat Salvatore Accardo, geboren 1941 in Turin, schon früh fasziniert: Bereits als 13jähriger spielte der Geiger, ein Schüler von Luigi d’Ambrosio und Yvonne Astruc, öffentlich die 24 Capricci op. 1—und zwar alle. Im Laufe seiner Karriere hat Accardo dann auch sämtliche Violinkonzerte Paganinis im Konzert gespielt, und mehrfach eingespielt, inklusive der rekonstruierten.

Im Hans-Rosbaud-Studio Baden-Baden sind einige Aufnahmen entstanden, die nun nach einem digitalen Remastering der SWR-Originalbänder aus den Jahren 1961 bis 1970 auf CD veröffentlicht worden sind. Zu hören sind das Violinkonzert Nr. 1 D-Dur op. 6, die Caprice a-Moll op. 1 Nr. 24, die Variationen über God Save the King, mit Maria Bergmann am Klavier, und das Violin-konzert Nr. 2 h-Moll op. 7, bekannt als La Campanella. Die Orchester-introduktion im Kopfsatz des ersten Konzertes wurde sehr stark gekürzt; das war damals nicht unüblich, zumal Paganini seinen Orchestersatz bewusst einfach gehalten hatte. Insofern hält sich der Verlust in Grenzen. Das damalige Sinfonieorchester des Südwestfunks in Baden-Baden wurde von Ernest Bour geleitet, einem Dirigenten, der offenbar akkurates Musizieren mit einer großen Portion Eleganz zu verbinden wusste. © 2016 ouverture - Das Klassik-Blog




Uwe Krusch
Pizzicato, November 2016

Während der Stellenwert von Paganini heute eher unterschätzt wird, haben Zeitgenossen und auch spätere Komponisten wie Berlioz, Chopin, Liszt, Schubert und Schumann lobende bis überschwängliche Bonmots über ihn geäußert. Die Simplizität seiner Orchestration ist darin begründet, dass er die Orchesterstimmen aus Furcht vor Nachahmung erst zum Konzert verteilte und hinterher wieder einsammelte.

Die Berichte und Gerüchte über Paganinis Auftritte und Spiel sind Legende. Sicherlich sind sie auch den tatsächlichen Gegebenheiten geschuldet. Ein Teil wird aber auch aus den Zeitumständen erklärbar sein. Nichtsdestotrotz ist klar, dass es sich um einen der größten und beeindruckendsten Virtuosen gehandelt hat.

Wie bei allen historisierenden Versuchen ist Paganinis Spiel sicherlich nicht mehr wirklich nachvollziehbar. Was man aber sagen kann ist, dass derjenige, der sich seiner Werke annimmt, sich nicht nur technisch hervorragend bewähren muss. Paganinis Kompositionen und sein Spiel haben immer auch zärtlich innige Aspekte. « Ich hab einen Engel in Paganinis Adagio singen hören“, wird Schubert zitiert.

Wenn man diesen Maßstab anlegt, gehört Salvatore Accardo zu den wenigen, die diesen Anforderungen extrem nahe kommen. Sein Spiel ist technisch nicht nur einfach makellos, sondern überwältigend. Er meistert die geigerischen Herausforderungen mit Bravour und verleiht darüber hinaus den Soli viel Wärme und musikalische Qualität.

Zwischen den beiden ersten Konzerten werden das letzte Caprice in a-Moll für Violine solo sowie die Variationen über ‘God Save the King’ in einem Arrangement für Violine und Klavier eingeschoben. Auch diese ‘Zugaben’ werden mit dem vollen Engagement zu Gehör gebracht und überzeugen vollends.

Das SWR Orchester unter Ernest Bour widmet sich dem Orchesterpart mit der gebotenen Energie, auch wenn es sicherlich interessantere Begleitungen gibt. Aber so haben die Musiker wenigstens die Gelegenheit, einem wunderbaren Solisten zu lauschen. Auch technisch ist diese Aufnahme vom Feinsten. © 2016 Pizzicato





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