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ouverture - Das Klassik-Blog, December 2015

Claudio Merulo (1533 bis 1604) war ein bedeutender Organist der Spätrenaissance. Er wirkte zunächst 1556 am Dom von Brescia, doch nicht einmal ein Jahr später bewarb er sich erfolgreich um die Anstellung als zweiter Organist am Markusdom in Venedig. Als der erste Organist, Annibale Padovano, 1565 an den Hof des Erzherzogs nach Graz ging, wurde er sein Amtsnachfolger.

Im Jahre 1584 trat Merulo in die Dienste des Herzogs von Parma. Er wurde Hoforganist, dazu Organist im Dom zu Parma, und 1591 erhielt er zusätzlich noch die Stelle des Organisten an der Basilika Santa Maria della Steccata in Parma. Der Musiker starb im Jahre 1604 und wurde mit einem Staatsbegräbnis feierlich im Dom neben Cipriano de Rore beigesetzt.

Die Werke von Claudio Merulo zeigen deutlich, wie stark sich seine Orgelmusik bereits von der Vokalmusik seiner Zeit unterscheidet. Seine Toccaten gelten als früheste Beispiele für den Stylus phantasticus, der nicht zuletzt die Orgelmusik Norddeutschlands beeinflusst und beflügelt hat. Wer Merulos Orgelwerke kennenlernen möchte, der kann sie bequem zu Hause in einer exzellenten Aufnahme anhören: Bei Tactus hat Francesco Tasini, Professor für Orgelspiel und Orgelkomposition am Konservatorium Ferrara, auf drei CD Merulos Toccate d’intavolatvra d’organo vollständig eingespielt.

Er hat dafür zwei bedeutende Orgeln aus jener Zeit ausgewählt—ein Instrument, das Baldassare Malamini (um 1540 bis 1614) 1596 auf der Evangelienseite der Basilika San Petronio in Bologna errichtet hat, und eine Orgel von Graziadio Antegnati (1525 bis nach 1590), die dieser 1565 für die Epistelseite der Basilika Santa Barbara in Mantua gebaut hat, die Hofkirche der Familie Gonzaga. Diese Instrumente sind beide nach umfangreicher Restauration in einem hörbar exzellenten Zustand. Und im Beiheft listet Tasini sorgsam auf, welche Register er für welches Orgelstück ausgewählt hat. So kann man beides genießen—den schönen Klang der historischen Instrumente, und die Orgeltoccaten von Claudio Merulo, die Tasini sorgsam nach zeitgenössischen Anweisungen interpretiert hat. So demonstriert er insbesondere die hohe Kunst der Verzierung, die Merulo meisterhaft beherrschte, und den Farbenreichtum dieser zauberhaften Musik. © 2015 ouverture - Das Klassik-Blog





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