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Marcus Budwitius
Opera Lounge, May 2017

Das Label Tactus hatte Messen des in Bologna tätigen Camillo Cortellini (1561–1630) in einer Sammelbox auf drei CDs veröffentlicht, genauer gesagt zwölf Messen, die von elf unterschiedlichen Ensembles gespielt werden. Dass hier keine homogene Wiedergabe aus einer Hand vorliegt, hat einen naheliegenden Grund, die Produktion ist das Ergebnis eines Projekts, das die historische Bedeutung des Bologneser Komponisten als Angelpunkt zwischen später Renaissance und Frühbarock erarbeiten möchte und den Notentext neu editiert. Die Aufnahmen variieren technisch (bspw. mit mehr oder weniger Hall) und stimmlich, wodurch sich aber bei zwölf in der Grundstruktur des kanonischen Texts übereinstimmenden Messen eine Zugewinn an Abwechslung einstellt. Zwischen 1583 und 1586 veröffentlichte Cortellini drei Madrigalbücher, von 1593 bis 1630 war er Kantor der Cappella di San Petronio in Bologna und komponierte 12 Messen, Palmen, Litaneien und Magnificats. Vier Chöre aus Bologna nehmen an diesem Forschungsprojekt teil (Cappella Musicale della Basilica di S. Petronio, Coro Euridice, Coro da Camera Eclectica und Coro da Camera di Bologna) sowie Chöre aus ganz Italien (Coro Citta di Roma und Vocalia Consort (Rom), Coro Histonium (Vasto), Super Partes Vocal Ensemble (Abruzzen), Studium Canticum (Cagliari) und Coro Polifonico (Cordenons)). Zu hören sind Messen für vier, fünf, sechs und acht Stimmen, deren Drucklegung aus den Jahren 1609, 1617 und 1626 stammt. Die fünf namenlosen Messen aus dem Jahr 1609 sind noch der Renaissance verpflichtet, selten erheben sich einzelne Stimmen. Der Zyklus von 1617 besteht aus vier Messen für zwei vierstimmige Chöre, die Namen haben: Missa Salvatoris mundi, Missa Beatae Virginis Mariae, Missa Angelis custodis und die Missa Sancti Caroli—eines der ersten Beispiele, in dem neben der Orgel auch Instrumente eingesetzt wurden, und zwar im Gloria, in dem verhalten drei Posaunen erklingen. Die späten Messen von 1626 (Missa in Domino confido, Missa Exaudi me Domine, Missa Salvum me fac) zeichnen sich durch weitere Abwechslungen aus und sind alle im Stil „concertato“. Die Box ist vor allem ein interessantes musikhistorisches Dokument, das anhand eines noch wenig erforschten Komponisten die musikalische Evolution im Frühbarock hörbar macht. © 2017 Opera Lounge





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