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Album Reviews



 
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Guy Engels
Pizzicato, October 2015

Seit Philippe Jordan 2014 die Wiener Symphoniker übernommen hat, läuft eine regelrechte PR-Maschinerie mit dem Ziel, die Symphoniker aus dem Schatten der Philharmoniker zu holen. Am besten gelingt dies natürlich mit hervorragenden Konzerten und anspruchsvollen CD-Produktionen beim hauseigenen Label.

Für seine erste Saison in Wien hat Philippe Jordan sich Schuberts Symphonien auf die Fahne geschrieben. Jetzt liegt die entsprechende Aufnahme mit den Symphonien 8 und 7 vor, in denen uns der Schweizer Dirigent vor allem den Lieder-Komponisten und Lyriker Schubert nahebringt. Der satte und sonnige Streicherklang in der großen C-Dur-Symphonie, der schlanke, kammermusikalische Ton lässt in keinem Moment geheucheltes Pathos aufkommen.

Dennoch strahlt das hochromantische C-Dur in seiner ganzen Reinheit wie die Sonne, um die sich das ganze symphonische Universum dreht. Philippe Jordan gelingt hier nahezu die Quadratur des Kreises, indem er diesen Klangkosmos in klaren, scharfen Konturen und mit der nötigen Dramatik aus seinem Innersten heraus entstehen lässt.

Das Mysterium des musikalischen Urknalls wird in der „Unvollendeten“ noch deutlicher, wenn das Eingangsthema sich wie ein Suchender den Weg bahnt zu hinreißender Lyrik im Andante. Hier ist Jordan ganz der Lied-Interpret bei Schubert. © 2015 Pizzicato




Alain Steffen
Pizzicato, October 2015

Eine sehr schöne Aufnahme der beiden letzten Schubert-Symphonien Nr. 7 (Unvollendete) und Nr. 8 (Die Große) präsentieren uns die Wiener Symphoniker unter Philippe Jordan. Was sofort auffällt, ist der schlanke Klang und das bewegliche Spiel des Orchesters. Erinnert wird man an die Transparenz und die Farbenpalette französischer Musik, zu der der Dirigent durch seine lange Tätigkeit in Frankreich ein besonders Verhältnis hat. Diese Leichtigkeit, die ganz im Gegensatz zu den ‘germanischen’ Interpretationen eines Furtwängler, Karajan oder Böhm, oder aber zu dem oft plakativen Spiel amerikanischer Orchester steht, kommt besonders der ‘Großen’ zugute, denn in dieser großangelegten Symphonie bleibt—ähnlich wie bei den maßstabsetzenden Aufnahmen von Abbado mit dem ‘Chamber Orchestra of Europe’—ein gewisser kammermusikalischer Ton erhalten, der, verglichen mit anderen Werken Schuberts, auch viel authentischer erscheint. Zudem erinnert diese Achte in diesem schönen Klanggewand und durch ihre lebendige Rhythmik auch irgendwie an die mittleren Symphonien Dvořáks. Was auch nicht verwundert, denn Dvořák war ein großer Bewunderer von Schubert und schrieb sogar 1894 in einer Abhandlung, « dass man Schuberts Symphonien wieder im Geiste eines Haydn und Mozart » spielen müsste. Das wird hier getan, so dass uns dieser Schubert aus Wien eigentlich viel authentischer erscheint, als so manche Aufnahme auf historischen Instrumenten, wenn auch bei Jordans Interpretation der ‘Unvollendeten’ noch bisschen Luft nach oben gewesen wäre. Trotzdem hörenswert! © 2015 Pizzicato




Andreas Friesenhagen
Fono Forum, October 2015

Für Philippe Jordan ist der Sinfoniker Schubert augenscheinlich ein Exponent der Wiener Klassik, nicht aber der Vorbote der Romantik, als den man ihn gerne hinstellt. Es ist die für die Klassik so charakteristische Heterogenität des Materials und der Bewegungsimpulse, kurzum die Dramatik dieses Stils, die Jordan in seiner Interpretation der beiden letzten Sinfonien Schuberts aufsucht. Symptomatisch ist, wie er im Andante der „Unvollendeten“ die Soli der A-Klarinette und der Oboe über den synkopierten Akkorden der Violinen und Bratschen träumerisch, schwerelos, geradezu ätherisch musizieren lässt, um dann den Kontrast zwischen dem dreifachen Piano hier und dem Fortissimo des folgenden Tutti-Einsatzes umso fühlbarer zu machen.

Jordan modelliert den Rhythmus mit sensibler Hand, haucht den Phrasen durch feine dynamische Schattierung Leben ein. Ohne zu rasanten Tempi Zuflucht zu nehmen, stellt er die beiden Sätze der h-Moll-Sinfonie ungemein packend dar, beinahe als Psychogramme, als eine Musik jedenfalls, die sich nicht auf die leichte Schulter nehmen lässt.

Wie ein letztes Monument der klassischen Epoche erscheint hier die große C-Dur-Sinfonie. Ihre Formen und Verläufe setzt Jordan mit graphischer Clarté beispielhaft in Szene, kann aber auch immer wieder inhaltlich zuspitzen, so etwa bei jenem mächtigen Forte-Fortissimo-Höhepunkt in der Reprise des zweiten Satzes, auf den Schubert das beklemmende Schweigen einer langen Generalpause folgen lässt, ehe das Geschehen zögerlich wieder in Gang gesetzt wird. Auch in dieser Sinfonie wieder ein lebendiger, präzis akzentuierter Rhythmus, das Zulassen von inhaltlichen und formalen Kontrasten, das Ausleben der Extreme. Und eine wunderbar breite Palette an Farben, die das vortreffliche Orchester beizusteuern weiß. © 2015 Fono Forum





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