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Dr. Ingobert Waltenberger
Online Merker, October 2016

Diese neue unter dem Titel „Obsidian“ publizierte CD huldigt der in der Tat auf Tonträgern vernachlässigten Klaviermusik Clara Schumanns und derjenigen der Männer, die in einer Art Dreieck amourös/freundschaftlich ineinander verstrickt waren, nämlich Robert Schumann und Johannes Brahms.

Obsidian leitet sich ab von Obsidian Liturgy, einem Titel, den der Komponist Max Grafe aus Anlass des 120. bzw. 160. Geburtstages von Clara und Robert Schumann 2016 als Hommage an C. Schumann und die Pianistin des Albums, Mika Sasaki, geschrieben hat. Das ca. 10 minütige Stück mit den Sequenzen „Invocation“, „Canticle“, „Incantation“, „Trance“, „Peal“, „Benedictus“ und „Ite, missa est“ ist als vorletzter Titel auf dem neuen Album nachzuhören.

Die intensive musikalische Sprache und das pianistische Genie von Clara Schumann offenbaren sich besonders im Scherzo in C-Moll, Op. 14, den Drei Präludien und Fugen Op. 16 sowie den Variationen über ein Thema von Robert Schumann, Op. 20. Basierend auf einem fis-moll Stück aus den Bunten Blättern, hat Clara das ihr zugedachte Sehnsuchtsmotiv wiederum weiter entwickelt und Robert zu seinem Geburtstag 1853 geschenkt. Ein relativ großer Block ist den Variationen über ein Thema von Robert Schumann von Johannes Brahms Op. 9 gewidmet. Brahms hat in diesen Variationen dasselbe Thema Robert Schumanns wie Clara verarbeitet, und das ein Jahr nach Roberts Selbstmordversuch und Spitalsaufenthalt. Die Variationen hat Brahms wiederum Clara gewidmet, die mit dem siebenten Kind Roberts schwanger war.

Programmatisch macht die Zusammenstellung durchaus Sinn. Die ganz fabelhafte Pianistin Mika Sasaki will ja gerade durch diese Auswahl die gegenseitige künstlerische Inspiration und den schöpferischen Austausch der drei romantischen Seelen verdeutlichen. Gemeinsam mit dem Geiger Petteri Iivonen hat Mika Sasaki als kammermusikalische Kostprobe noch die Drei Romanzen für Violine und Klavier, Op. 22 aufgenommen. Dieses Werk markiert auch das frühzeitige Ende von Clara Schumanns kompositorischem Schaffen im Alter von nur 34 Jahren. Das Album klingt mit dem von Chopin inspirierten Nocturno aus den Soirées musicales Op. 6 von Clara Schumann aus. Robert Schumann wird später die Eröffnungsmelodie als „Stimme aus der Ferne“ in seine Noveletten Op. 21 aufnehmen.

Trotz des täglichen Kampfes einer verwitweten Mutter mit acht Kindern (aus heutiger Perspektive eine unvorstellbare Aufgabe) kann Clara Schumanns späterer Verdienst, ihr Einsatz um die Musik „ihrer zwei Männer“ gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Als Herausgeberin, Pianistin und Lehrende war das musikalische Erbe Robert Schumanns bei ihr in allerbesten Händen. Die neue klug arrangierte und künstlerisch auf höchstem Niveau interpretierte CD ist aber in erster Linie der großen genuinen Schöpferin romantischer Meisterwerke gewidmet. Eine wichtige Publikation, die auch klangtechnisch alle „Stückeln spielt.“ © 2016 Online Merker





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